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Standardisierte Bewertung der Straßenbahnplanung in Huchting geht von falschen Voraussetzungen aus

Gutachten belegt mangelnden Nutzen der Verlängerung der Linie 1

Nach der Standardisierten Bewertung vom April 2017 beträgt das Nutzen-Kosten-Verhältnis der geplanten Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 in Huchting 1,38. Der hohe Nutzen beruht auf der Annahme, dass sich das Fahrgastaufkommen zwischen Huchting und dem Bremer Stadtzentrum durch die Straßenbahn verdoppelt. Die Kosten wurden auf den Preisstand 2006 zurückgerechnet. Geht man von aktuellen Erhebungsdaten der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) zur Nutzung der Buslinie 57/58 (Ringlinie) und zu den Umsteigebeziehungen am Roland-Center aus, erscheint eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen wenig wahrscheinlich. Das hat es beim Netzausbau der Bremer Straßenbahn seit 1996 noch nie gegeben.

Jürgen Deiters, Professor für Wirtschaftsgeographie i.R. der Universität Osnabrück, kommt in seinem Gutachten für die Huchtinger-Initiative zu dem Ergebnis, dass der zu erwartende Fahrgastzuwachs zwischen Huchting und der Bremer Innenstadt 40% beträgt. Erforderlich wäre aber eine Zuwachsrate von 82%, um ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,0 zu erreichen. Das ist bekanntlich die Mindestvoraussetzung für die Förderung des Vorhabens durch den Bund.

Nur zwei Drittel der Fahrgäste der Ringlinie, die ab/bis Roland-Center die Linie 1 nutzen, würden von der Durchbindung der Straßenbahn profitieren. Das mindert den Nutzen des Vorhabens. Auf den von der Straßenbahn nicht bedienten Abschnitten der Ringlinie (Huchtinger Heerstr., Kirchhuchtinger Landstr.) sollen weiterhin Busse verkehren. Das erhöht die Betriebskosten der BSAG. Das neue Gutachten beruht auf einem vereinfachten, mit der Standardisierten Bewertung kompatiblen Verfahren, das Bestandteil der ab März 2017 verbindlichen Verfahrensanleitung zur Standardisierten Bewertung (Version 2016) ist.

Die Verlängerung der Bremer Straßenbahnlinie 4 nach Lilienthal ging von täglich 4.800 Personenfahrten aus. Im 4. Betriebsjahr sind es lediglich 3.200 Fahrgäste, die von und nach Bremen die Straßenbahn nutzen. Wie in Lilienthal kann auch in Huchting nur ein Teil des Buslinienverkehrs durch die Straßenbahn eingespart werden. Auch in Lilienthal wurde davor gewarnt, dass die Straßenbahn unter diesen Umständen nicht wirtschaftlich zu betreiben sei. “Am falschen Ende investiert“ rügte der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen e.V. den 70 Mio. Euro teuren Netzausbau in Lilienthal.

Nach Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses für die Linie 8 und angesichts der Notwendigkeit einer vollständigen Neubewertung ist die Verwirklichung dieses Vorhabens, das mit der Verlängerung der Linie 1 in Huchting bisher eng verknüpft war, in weite Ferne gerückt. Die Vorhabenträger sollten anerkennen, dass es eine Illusion war, mit Hilfe der BTE-Trasse das „Karlsruher Modell“ auf den Bremer Süden zu übertragen. Sie sollten sich stattdessen um die Verbesserung der Busangebote zwischen Stadt und Umland bemühen.

Für Huchting empfiehlt das vorliegende Gutachten, die Buslinie 57/58 beizubehalten und künftig mit Elektrobussen zu betreiben – als Beitrag der BSAG zum Umwelt- und Klimaschutz der Stadt.

Die wesentlichen Ergebnisse des Gutachtens sind auch als Kurzfassung verfügbar.

Mobilitätskonzept der Gemeinde Stuhr stellt Planungen für die Linie 8 in Frage

Das Gutachten zur Umsetzbarkeit von Bausteinen mit dem Ziel der Stärkung des ÖPNV in der Gemeinde Stuhr greift von den Bürgerinnen und Bürgern seit Jahrzehnten geforderte Verbesserungen auf, die durch die Fokussierung auf die Linie 8 nicht umgesetzt wurden. Mit den von den Gutachtern empfohlenen Maßnahmen sollen nun einige dieser Forderungen, wie z.B. die Erhöhung der Taktung der Linie 55 mit einem verkürzten Streckenverlauf umgesetzt werden.

Andererseits liefert das Gutachten auch Ergebnisse die die bisherigen Planungen der Linien 8 in Frage stellen:

·           Die Bahnstrecke der DHE wurde in 2013 durch das Land Niedersachsen im Zuge des Projektes „Reaktivierung von Bahnstrecken“ betrachtet. Der für Stuhr in Betracht kommende Streckenabschnitt wurde von der LNVG nicht favorisiert, da die Verkehrsströme von der Linienführung abweichen. Dies trifft mindestens im gleichem Maß auch auf die für die Linie 8 vorgesehene BTE-Trasse zu und ist weiterhin ein wichtiger Kritikpunkt an dieser Linie.

·           Für Kfz-Pendler aus dem südlichen Gemeindegebiet (Fahrenhorst, Seckenhausen) mit dem Ziel Bremen-Stadtmitte könnte der Bahnhof Kirchweyhe mit einem halbstündigen SPNV-Angebot eine Alternative zum stark befahrenen Korridor Bremer Straße/ Kattenturmer Heerstraße darstellen. Genau das trifft dann auch für Leeste und Brinkum zu, die in deutlich geringer Entfernung zum Bahnhof Kirchweyhe liegen.

·           Eine Durchbindung der Verstärker (der Linie 55) bis Brinkum ZOB wird nicht für erforderlich angesehen, da anhand der vorliegenden Nachfragedaten die Zubringerfunktion zur Verknüpfungshaltestelle Roland Center deutlich stärker ausgeprägt ist. Die Fahrgastzahlen der Linie 55 sind also so niedrig, dass es sich selbst in der Hauptverkehrszeit nicht lohnt, die Busse der 55 bis Brinkum fahren zu lassen.

Ziel der Gutachter war u.a. die Vermeidung sogenannter Bedienschleifen. Daher die Vorschläge für die „kurze“ Linie 55 und die Straffung der Linien 113 und 120. Bei der Linie 120 es ging es den Gutachtern um die schnelle Erreichbarkeit des SPNV am Bahnhof Kirchweyhe.

Darüber hinaus wird mit der Schaffung des Busbahnhofs Brinkum die für die Linie 8 immer wieder beschworene Umsteigefreiheit konterkariert.Deutlicher - wenngleich ungewollt - kann man die fehlende Sinnhaftigkeit der Linie 8 für den Ortskern von Brinkum kaum zum Ausdruck bringen. Ein Shuttle-Bus soll helfen, die zu weit entfernten Haltestellen zu erreichen!?. Wer das Umsteigen nicht scheut, fährt schon jetzt am besten mit dem Regionalbus Richtung Bremen und steigt in Huckelriede oder an der Hst. Gastfeldstraße in die Straßenbahn um.

Das sind weitere Argumente gegen die Linie 8, die die Fahrgäste aus Leeste bzw. Brinkum umwegig in die bremische Innenstadt transportieren soll. Über Kirchweyhe wäre ein attraktiveres Angebot einzurichten. Auch fährt die Linie 8 zwischen Erichshof und Leeste weitestgehend durch unbesiedeltes Gebiet.

Mit den Planungen für den Ortskern und dem Mobilitätskonzept wird die Linie 8 immer mehr in Frage gestellt. Statt des kostspieligen Vorhabens „Verlängerung Süd“ ist es ökologisch und ökonomisch sinnvoller die vorhandenen Stadtbuslinien zu ÖPNV-Achsen ins südliche Umland auszubauen.

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19.07.2013

 

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